Kommunen tauschen sich im Wolmirstedter Rathaus über Fortschritte bei der Kommunalen Wärmeplanung aus
Im Wolmirstedter Rathaus hat eine Beratung zum Interkommunalen Energiemanagement stattgefunden. Dazu waren Teilnehmer von Kommunen und Institutionen eingeladen, die an diesem Thema arbeiten.
Die Stadt Wolmirstedt war seit dem Jahr 2016 Mitglied im ersten Energieeffizienznetzwerk Sachsen-Anhalts mit Namen „Kommunale Energieeffizienz – Netzwerk Mittelland“. Ziele dieses Zusammenschlusses von sechs Kommunen waren die Aufnahme vorhandener Potenziale, der Austausch der Städte und Gemeinden und damit eine Multiplikation vorhandener positiver Erfahrungen, vor allem aber die Senkung von Energiekosten.
Die Netzwerkarbeit startete zunächst als gefördertes Projekt. Seitdem die Förderung ausgelaufen ist, vernetzt sich Wolmirstedt unter dem Namen „Interkommunales Energiemanagement“ trotzdem weiter mit den Nachbarkommunen Barleben, Flechtingen und Oebisfelde-Weferlingen, um in Sachen Wärmeplanung und Energiemanagement bestmöglich voranzuschreiten. Betreut werden die Partner dafür vom RKW Sachsen-Anhalt, einem Innovationszentrum der deutschen Wirtschaft, das unter anderem regelmäßig Versammlungen anberaumt.
Das bereits 20. Netzwerktreffen des IEM wurde nun also in Wolmirstedt organisiert. Bürgermeister Mike Steffens eröffnete die Veranstaltung und hob die Bedeutung des Zusammenschlusses für die regionale Zusammenarbeit hervor. Wie Heidi Werner, Geschäftsführerin des RKW Sachsen-Anhalt, zu Beginn erklärte, wurde an diesem Tag hauptsächlich besprochen, auf welchem Sachstand sich die Kommunale Wärmeplanung in den einzelnen Kommunen befindet. In einer Diskussionsrunde stellten die Anwesenden heraus, was es bei der Wärmeplanung zu beachten gilt.
Genannt wurde unter anderem die frühzeitige und kontinuierliche Einbindung wichtiger Akteure in die Planung, so zum Beispiel der Wohnungsbaugesellschaften vor Ort. Als wichtiger Faktor wurde außerdem die Wirtschaftlichkeit der zukünftigen Wärmeversorgung hervorgehoben. Es wurde deutlich, dass selbst technisch ausgereifte Lösungen keine Akzeptanz finden, wenn die entstehenden Wärmepreise für Haushalte und Unternehmen zu hoch sind. Wie die Teilnehmer herausstellten, sei es in diesem Zusammenhang auch von Vorteil, wenn bereits technische Infrastruktur in den Kommunen bestehe. Selbst, wenn diese noch aus DDR-Zeiten stamme, könne sie als wertvolle Basis dienen, die modernisiert und für erneuerbare Energien ertüchtigt werden.
Die Gäste des Netzwerktreffens waren sich einig, dass keine einzelne Technologie alle Bedarfe eines kommunalen Wärmeversorgungssystems abdecken könne, sondern ein Mix aus zentralen und dezentralen Lösungen nötig sei. Auch strategische Belange wurden diskutiert – beispielsweise, wie man mit politischen Vorgaben hinsichtlich der Wärmeplanung bestmöglich umgehen sollte und wie von der Politik neu geschaffene Regelungen – zum Beispiel hinsichtlich finanzieller Beteiligung von Kommunen an neuen Windkraft- und Photovoltaikanlagen – genutzt werden könnten.
Da bei den Netzwerktreffen nach wie vor der Austausch im Mittelpunkt steht, wurde auch diesmal ein Praxisbeispiel gegeben. So war Thomas Neumann, Klimaschutzmanager der Stadt Oschersleben, zu Gast und präsentierte den kommunalen Wärmeplan der Nachbarkommune. Er berichtete ausführlich vom strategischen Ansatz, den Oschersleben bei der kommunalen Wärmeplanung verfolgte.
Auch weitere praxisorientierte Kurzbeiträge und Fachimpulse wurden bei der Veranstaltung gegeben. So sprach Anja Schmidt, die im Wolmirstedter Rathaus für die kommunale Wärmeplanung und Energiethemen verantwortlich ist, über einen Kriterienkatalog, der allgemein Aufschluss über die Standortwahl und Planung für Batteriespeicherprojekte geben könnte. Nadine Neue von der Gemeinde Barleben stellte das Projekt „Strahlkraft“ vor, Claus Vorstadt vom RKW Sachsen-Anhalt sprach außerdem über die aktuellen Beteiligungsmöglichkeiten von Kommunen an erneuerbaren Energieprojekten.
Die Teilnehmer einigten sich schließlich darauf, den regelmäßigen Erfahrungsaustausch im Rahmen des Netzwerks regelmäßig fortzuführen. Sie möchten in der Zukunft zudem gemeinsame Kriterienkataloge, unter anderem für Batteriespeicher und Datengrundlagen, entwickeln. Auch möchten sie die interkommunale Kooperation intensivieren, vor allem, wenn es um komplexe Themenbereiche geht. Ein nächstes Online-Meeting ist noch im März geplant, das nächste Treffen in Präsenz im Mai. Kommunen, die sich dem Netzwerk gerne anschließen möchten, sind herzlich willkommen und können sich dafür bei Heidi Werner vom RKW Sachsen-Anhalt melden.





