Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat sich am Dienstag, 24. März 2026, zu einer auswärtigen Kabinettssitzung in der Stadt Wolmirstedt getroffen. Unter der Leitung des Ministerpräsidenten Sven Schulze besprachen die Ministerinnen und Minister neben allgemeinen auch regionale Themen. In diesem Zusammenhang beschäftigten sie sich unter anderem mit der infrastrukturellen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung in der Stadt Wolmirstedt sowie im Landkreis Börde.
Im öffentlichen Teil der Sitzung kamen auch Wolmirstedts Bürgermeister Mike Steffens sowie Börde-Landrat Martin Stichnoth zu Wort. Mike Steffens nutzte die Gelegenheit, um die Landesregierung auf aktuelle Themen aufmerksam zu machen, die für die Stadtverwaltung, vor allem aber für die Bürgerinnen und Bürger in Wolmirstedt und den Ortsteilen wichtig sind.
So sprach er beispielsweise das Themengebiet Batteriespeicher an. Wolmirstedt erhält wegen seines Umspannwerkes seit langem vermehrt Anfragen von Investoren, die Batteriespeicher in unmittelbarer Nähe bauen möchten. Bisher sind nur Betreiber neuer Windkraft- und Photovoltaikanlagen per Gesetz dazu verpflichtet, eine jährliche Zahlung an Gemeinden zu entrichten. Betreiber von Batteriespeicheranlagen sind davon bisher ausgenommen. Darauf wies Mike Steffens hin und erklärte außerdem, dass noch immer ein Kriterienkatalog für Batteriespeicher als Vorgabe vom Land fehlt. Auch zum sogenannten „Bau-Turbo“, einem Bundesgesetz, äußerte sich der Bürgermeister. Dafür fehlen Handlungsempfehlungen oder ein konkretes Durchführungsgesetz, sagte Mike Steffens. Kommunen seien bei der Umsetzung sich selbst überlassen.
Gesprochen wurde zudem über die Wolmirstedter Gemeinschaftsschule „Gottfried Wilhelm Leibniz“ und die Ganztagsschule „Johannes Gutenberg“, für die es aktuell umstrittene Pläne zur Zusammenlegung gibt. Vereinbart wurde, dass sich der zuständige Bildungsminister Jan Riedel zeitnah mit dem Bürgermeister und dem Landrat vor Ort zu dieser Problematik trifft.
Weiterhin ging es um die finanziellen Herausforderungen, denen sich die Stadt gegenübersieht. Dazu gehören beispielsweise Themen wie Digitalisierung, Kommunale Wärmeplanung, die Umsetzung der neuen Grundsteuer und des Umsatzsteuergesetzes sowie der Wegfall der Straßenausbaubeiträge, der zwar für die Bürgerinnen und Bürger zu begrüßen ist, jedoch Finanzlöcher in den Stadthaushalt reißt.
Mike Steffens ging in seinen Worten auch ganz konkret auf Situationen ein, die spezifisch für Wolmirstedt sind. So baut die Stadt mit Förderung vom Land derzeit ein neues Sportstadion. Geld für eine Verbindungsstraße entlang des Stadions zwischen dem in der Nähe liegenden Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium und der Kreisstraße nach Samswegen fehlt allerdings. „Wir würden diese Straßenbaumaßnahme gerne zusammen mit dem Landkreis realisieren und wünschen uns dafür Fördermittel vom Land“, sagte Mike Steffens.
Auch die Schaffung eines naturnahen Weges an der Ohre sowie ein Radweg vom zukünftigen Stadion über die Ohre bis zum Jersleber See waren Wünsche, die der Wolmirstedter Bürgermeister an die Landesregierung herantrug. Die auswärtige Kabinettssitzung nutzte er außerdem dafür, auf die Situation in zwei Ortsteilen von Wolmirstedt aufmerksam zu machen. Die Anwohner in Farsleben und Mose sind erheblichen Belastungen ausgesetzt, erklärte Mike Steffens. Sie haben ein Umspannwerk und auch eine hohe Verkehrsbelastung durch die Landesstraße 44 direkt vor der Haustür. Außerdem häufen sich für beide Ortschaften die Anfragen für Batteriespeicher.
Helfen könnte man den Bewohnerinnen und Bewohnern beider Ortschaften teilweise durch kleine Maßnahmen, so der Bürgermeister. Auf der Landesstraße in Farsleben, erklärte er, sind beispielsweise zwei Fußgängerüberwege zu finden, denen es jedoch an einer vernünftigen Beleuchtung mangelt. Zudem wird ein Radweg zwischen Farsleben und Mose benötigt.
















